{"id":974,"date":"2018-07-25T16:08:40","date_gmt":"2018-07-25T14:08:40","guid":{"rendered":"https:\/\/koge.ch\/?p=974"},"modified":"2018-07-31T16:25:50","modified_gmt":"2018-07-31T14:25:50","slug":"social-accountability-bei-international-blue-cross-einfache-massnahme-grosse-wirkung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koge.ch\/fr\/social-accountability-bei-international-blue-cross-einfache-massnahme-grosse-wirkung\/","title":{"rendered":"Social Accountability bei International Blue Cross \u2013 einfache Massnahme, grosse Wirkung!"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-975\" src=\"https:\/\/koge.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Suggestion-Box-300x166.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"166\" srcset=\"https:\/\/koge.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Suggestion-Box-300x166.jpg 300w, https:\/\/koge.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Suggestion-Box.jpg 672w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>Feedback-Mechanismen sind eine wirksame Massnahme im Bereich der Social Accountability. In diesem Blog beschreibt Daniele Polini, Programmverantwortlicher bei International Blue Cross (IBC), wie er zur Fachgruppe Good Governance gestossen ist und durch ihre Arbeit dazu motiviert wurde, gemeinsam mit Blue Cross Tschad einen Feedback-Mechanismus in Partnerschulen aufzubauen. <\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong><em>Madeleine Bolliger (Koordinatorin KoGe): <\/em><\/strong><em>International Blue Cross (IBC) setzt immer wieder KoGe-Themen in seinen Projekten um. Zum Beispiel habt ihr letztes Jahr einen Feedback-Mechanismus in Schulen in Tschad eingef\u00fchrt, nachdem die Fachgruppe Good Governance das Beschwerdemechanismen-Handbuch publiziert hat. Welche Themen nehmt ihr auf und wie entscheidet ihr euch f\u00fcr bestimmte Themen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Daniele Polini:<\/strong> Die KoGe ist f\u00fcr mich ein Labor. Sie repr\u00e4sentiert Innovation. Bei der KoGe werden wichtige Themen gepusht, die sonst schnell einmal untergehen. Social Accountability* ist ein solches Thema, Sexual Abuse ein anderes. Wo sonst als in der KoGe finden wir eine Plattform, wo wir solche Themen behandeln k\u00f6nnen? Es sind Themen, die wir PVs oft bereits im Hinterkopf haben. Aber dann haben wir manchmal einfach nicht die Zeit oder die Ressourcen, diese in unseren Programmen umzusetzen. Von der KoGe und ihren Fachgruppen kommt dann der Push, den es eben braucht. Und pl\u00f6tzlich sagst du dir: Doch, das werde ich umsetzen! Du kriegst Material, das du einsetzen kannst. Oder dann siehst du, dass es andere tun, h\u00f6rst von ihren Erfahrungen und denkst dir: Das ist toll. Das sollten wir auch tun! Es entsteht eine ansteckende Dynamik. Und am Schluss kommt vielleicht noch eine kleine Finanzspritze aus Fachgruppenmitteln hinzu, die es erlaubt, etwas Konkretes zu unternehmen.<\/p>\n<p><em>Ist Social Accountability so ein Beispiel?<\/em><\/p>\n<p>Ja! Das erste Mal mit Social Accountability befasst habe ich mich bei meiner fr\u00fcheren Stelle, als ich f\u00fcr WASH-Projekte verantwortlich war. Als der Focal Point Luise Ammerschuber gemeinsam mit der Fachgruppe Good Governance an der KoGe-Vollversammlung 2016 das Thema Social Accountability lanciert hat, fand ich das extrem interessant. Ich war damals noch nicht einmal Mitglied der Fachgruppe Good Governance. Trotzdem entschied ich mich spontan, mich genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich recherchierte ein bisschen und bat Luise, mir den Draft des Beschwerdemechanismen-Handbuchs, das sie gerade f\u00fcr die Fachgruppe erstellte, zuzusenden. Was ich mochte, waren die Beispiele im Handbuch. Sie haben mir gezeigt: Das ist replizierbar! Es waren einfache Mechanismen. Ich habe mir gedacht: Das passt eigentlich ganz gut zu den Themen unserer Projekte, bei denen es sich ja um Interventionen in Schulen handelt.<\/p>\n<p><em>Ihr habt dann einen Feedback-Mechanismus in Schulen in Tschad aufgezogen. Wie seid ihr vorgegangen?<\/em><\/p>\n<p>Erst einmal m\u00f6chte ich klarstellen: Wir entscheiden nicht, welche Themen unsere Projekte aufnehmen. Das entscheiden unsere Partner! Beim IBC haben wir in den letzten Jahren eine Herangehensweise entwickelt, die mir gut gef\u00e4llt: Wir bieten unseren Partnerorganisationen aktuelle KoGe-Themen im Rahmen von allj\u00e4hrlichen kurzen Einf\u00fchrungsworkshops an \u2013 das ist wie ein \u00abMenu\u00bb, aus welchem unsere Partner w\u00e4hlen k\u00f6nnen. Ein Thema nach Wahl wird danach vertieft. In Tschad zum Beispiel das Thema Social Accountability.<\/p>\n<p><em>Wir bieten unseren Partnerorganisationen aktuelle KoGe-Themen im Rahmen von allj\u00e4hrlichen kurzen Einf\u00fchrungsworkshops an \u2013 das ist wie ein \u00abMenu\u00bb, aus welchem unsere Partner w\u00e4hlen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wie muss man sich denn so einen Workshop vorstellen?<\/em><\/p>\n<p>Wir w\u00e4hlen zwei bis drei KoGe-Themen aus, die wir vorstellen. Im 2016 habe ich unseren Partnern die Themen Social Accountability mit Schwerpunkt \u00abBeschwerdemechanismen\u00bb aus der Fachgruppe Good Governance sowie lokales Fundraising und Entwicklung lokaler Partnerschaften aus der Fachgruppe Capacity Development vorgestellt. Ein Einf\u00fchrungsworkshop fand in Brazzaville statt, der zweite in Tschad. Beide wurden \u00fcbrigens von weiteren KoGe-S\u00fcdpartnern der MEB und vom SME besucht, da wir die Workshops ge\u00f6ffnet hatten. Nach dieser Einf\u00fchrung durften unsere Partner selber entscheiden, welches Thema sie vertiefen wollten. Unsere Partnerorganisation in Brazzaville hat sich f\u00fcr das Thema lokales Fundraising entschieden, w\u00e4hrend Blue Cross (BC) Tschad das Thema Social Accountability vertiefen wollte. Sie hatten gesp\u00fcrt: Dieses Thema ist f\u00fcr Life Skills-Projekte mit Jugendlichen besonders relevant!<\/p>\n<p><em>Wie habt ihr das Thema Social Accountability danach umgesetzt?<\/em><\/p>\n<p>Als erstes haben wir Focal Points zum Thema gesucht, Leute aus der Organisation und dem Projekt, die bereit waren, sich innerhalb der Organisation als Champions f\u00fcr das Thema stark zu machen. F\u00fcr diese Focal Points habe ich Skype-Coachings organisiert, um die Inhalte zu vertiefen. In einem zweiten Schritt haben die Focal Points ihrerseits das ganze Team vom BC Tschad geschult. Danach haben wir gemeinsam ein Pilotprojekt aufgezogen, auch mit Unterst\u00fctzung der Fachgruppe. Es ging darum, einen Feedback-Mechanismus als konkrete Social Accountability-Massnahme in unseren Partnerschulen aufzubauen. Wir haben drei Schulen identifiziert, wo wir diese Intervention testen wollten, und wir haben drei vergleichbare Schulen als Kontrollgruppe gew\u00e4hlt. Wir haben in jeder Schule ein Social Accountability-Komitee ins Leben gerufen, welches Feedback und Beschwerden entgegennimmt, analysiert und beantwortet. Diese Komitees funktionieren bis heute sehr gut. Sie sind zusammengesetzt aus VertreterInnen der Lehrerschaft, aus Jugendlichen sowie aus VertreterInnen des BC Tschad. Die Beneficiaries, also die Jugendlichen, sind im Komitee dabei als vollwertige Mitglieder. F\u00fcr mich ist das gelebte Social Accountability!<\/p>\n<p><em>Gibt es erste Resultate?<\/em><\/p>\n<p>Noch nicht. Im Sommer werden wir das Pilotprojekt evaluieren. Dann werden wir sehen, ob wir etwas bewirkt haben. Einen Fragebogen haben wir bereits vorbereitet. Bereits jetzt kann ich sagen: Krasse Beschwerden kamen zum Gl\u00fcck bis jetzt keine. Davor hatte ich ehrlich gesagt am meisten Respekt! Feedback haben wir sowohl zum Schulbetrieb als auch zu unserem Pr\u00e4ventionsprogramm erhalten. Wir nehmen das Feedback ernst und schauen gemeinsam mit den Komitees, was wir umsetzen k\u00f6nnen. Dass auch Leute aus der Lehrerschaft im Komitee sitzen, erlaubt es, das Feedback betreffend Schulbetrieb direkt in die Schulen zur\u00fcckzuspeisen. Im Kontext von Tschad ist das neu. Es ist erstaunlich, wie offen die Schulen daf\u00fcr sind. Das h\u00e4ngt sicher auch mit dem innovativen Life Skills-Programm zusammen, f\u00fcr welches sich die Schulen vor einigen Jahren ja bewusst ge\u00f6ffnet haben. Sie sind erstaunlich experimentierfreudig!<\/p>\n<p>Leider verl\u00e4sst Daniele Polini den IBC und somit auch die Fachgruppe Good Governance. Wir w\u00fcnschen ihm alles Gute!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/koge.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Blog-Social-Accountability.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blog als PDF<\/a><\/p>\n<p>* Social Accountability bezeichnet die Rechenschaftspflicht von Organisationen ihren Beg\u00fcnstigten gegen\u00fcber. Die wichtigsten Bereiche von Social Accountability umfassen transparente Information, partizipative Entscheidungen, Feedback-Mechanismen sowie inklusives Projektmanagement und -Monitoring.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Feedback-Mechanismen sind eine wirksame Massnahme im Bereich der Social Accountability. 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